Änderungen im SSL/TLS-Lebenszyklus ab 12. März 2026
Die SSL/TLS-Branche führt neue Regeln ein, wie Zertifikate ausgestellt und geprüft werden. Diese Änderungen betreffen die Ausstellung und Validierung von Zertifikaten – Details
Änderungen im SSL/TLS-Lebenszyklus ab 12. März 2026
Die SSL/TLS-Branche führt neue Regeln ein, wie Zertifikate ausgestellt und geprüft werden. Diese Änderungen betreffen die Ausstellung und Validierung von Zertifikaten – nicht aber die Dauer, für die Kunden SSL-Produkte kaufen können.
Wichtig ist vor allem: Zertifikatslaufzeit und Validierung sind zwei unterschiedliche Dinge und werden künftig getrennt voneinander verwaltet.
Zertifikatslaufzeit vs. Validierung
-
Zertifikatslaufzeit: Zeitraum, in dem ein einzelnes ausgestelltes SSL-Zertifikat auf einem Server verwendet werden kann.
-
Validierung: Zeitraum, in dem Zertifikatausstller (z.B. Sectigo, RapidSSL, GeoTrust, DigiCert) eine bereits erfolgte Domain-Validierung (Domain Control Validation, DCV) erneut nutzen darf, um ein neues Zertifikat auszustellen.
Dabei gilt:
-
Ein Zertifikat kann ablaufen, obwohl die Validierung noch gültig ist.
-
Umgekehrt kann die Validierung ablaufen, obwohl auf der Bestellung noch bezahlte Laufzeit übrig ist.
Maximale Zertifikatslaufzeit ab 12. März 2026
Ab dem 12. März 2026 gilt: Jedes neu ausgestellte SSL-Zertifikat hat eine maximale Laufzeit von etwa 199 Tagen.
Das betrifft:
-
neue Bestellungen
-
Verlängerungen
-
Neuausstellungen (Reissues)
Zertifikate, die vor diesem Datum ausgestellt wurden, bleiben bis zu ihrem ursprünglichen Ablaufdatum gültig – außer sie werden widerrufen.
Kauf von 1-Jahres-Produkten
Kunden können weiterhin 1-Jahres-SSL-Produkte kaufen. Die gekaufte Laufzeit (der kommerzielle Vertrag) bleibt unverändert, und es geht keine bezahlte Zeit verloren.
Neu ist nur die Art der Ausstellung innerhalb dieser Laufzeit:
-
Statt eines einzigen „langen“ Zertifikats werden mehrere kürzer gültige Zertifikate über die gesamte Laufzeit der Bestellung hinweg ausgestellt.
Beispiel:
Ein 1-Jahres-SSL-Produkt, das ab 12. März 2026 ausgestellt wird, wird zunächst als Zertifikat mit bis zu 199 Tagen Gültigkeit ausgestellt. Danach wird für die restliche Laufzeit ein weiteres Zertifikat per Reissue-Auftrag neu ausgestellt. Sind am Ende z. B. nur noch 30 Tage übrig, ist das neue Zertifikat auch nur 30 Tage gültig.
Änderungen bei der Wiederverwendung der Domain-Validierung (DCV)
Ab März 2026 wird die Wiederverwendung der Domain-Validierung auf etwa sechs Monate verkürzt.
Das bedeutet:
-
Manche Neuausstellungen können die bestehende Validierung weiterhin nutzen.
-
In anderen Fällen muss die Domain erneut validiert werden.
Wer manuelle Validierungsverfahren nutzt, muss sich darauf einstellen, die Validierung künftig öfter zu wiederholen.
Weitere geplante Änderungen
Das ist Teil einer schrittweisen, branchenweiten Umstellung.
Ab 2029 soll die maximale Zertifikatslaufzeit nochmals sinken – auf etwa 47 Tage.
Die Grundlogik bleibt gleich:
-
Die bezahlte Laufzeit bleibt vollständig erhalten,
-
aber Zertifikate müssen während dieser Zeit häufiger neu ausgestellt (Reissue) werden.
Auswirkungen auf die Preise
Durch diese Richtlinienänderungen gibt es keine Preisänderungen.
Die Auswirkungen sind rein operativ: mehr Neuausstellungen (Reissues) und je nach Situation häufigere Validierungen.
